• Geld- und Konjunkturpolitik

Thesen zur Geld- und Konjunkturpolitik

  1. Die – allgemein als notwendig anerkannte – politische Unabhängigkeit der Notenbanken ist unvollkommen realisiert. Notenbanken sollten den Auftrag für eine langfristig angelegte Geld- und Konjunkturpolitk nicht vom herkömmlichen Staat und damit von Politikern im herkömmlichen Sinne erhalten. Sie könnten ihre politische Legitimation unmittelbarer von den Wählern beziehen als bisher, ohne dadurch Eigenständigkeit einzubüßen.
  2. Die optimale Zielgröße der Geld- und Konjunkturpolitik ist der langfristige Zins. Eine Stabilisierung des langfristigen Zinses durch die Zentralbanken wäre der zuverlässigste Weg, Konjunkturschwankungen einzugrenzen.
  3. Die Zentralbanken könnten den langfristigen Zins durch Steuerung der Inflationserwartungen weitgehend konstant halten.
  4. Um die Inflationserwartungen auch in Ausnahmesituationen zuverlässig steuern zu können, sollten die Zentralbanken über das Instrument des Konjunkturgeldes verfügen. Das Konjunkturgeld wäre ein Zuschlag zu bzw. Abschlag von einem allgemeinen Bürgergeld.
  5. Der optimale langfristige Zins ist eine langfristig stabile Größe. Nur bei grundlegenden Verhaltensänderungen der Wirtschafts- und insbesondere der Arbeitsmarktakteure müsste er neu bestimmt werden.

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